Braunschweiger Zeitung, Donnerstag, 31. März 2005
Von Harald Duin


Lob für den Wortmuseumsdirektor
Kay-Uwe Rohn plant Ausstellung und hat den Duden-Verlag Mannheim als Kooperationspartner gewonnen.

Neues vom Braunschweiger Wortmuseumsdirektor Kay-Uwe Rohn. Der Aufbewahrer schöner alter Wörter hat den ersten Zyklus abgeschlossen – 52 Stichwörter von „karessieren“ bis „flattieren“. Und die schöne Nachricht: Rohn macht weiter.

Bestärkt hat ihn ein überwältigendes Echo. Etwa 25.000 Menschen haben in den vergangenen zwölf Monaten sein Wortmuseum per Mausklick besucht.
Rohn betreibt sein Museum übrigens keineswegs, um den pädagogischen Zeigefinger zu erheben. Er ist ein Aufbewahrer aus ästhetischen Gründen. Er möchte, dass die besondere Aura, der Klang und die Stimmung der alten Wörter nicht verloren gehen.
Am 21. April (20.15 Uhr) wird in der Buchhandlung Graff die Ausstellung „Wortmuseum – 52 Worte“ eröffnet und bis zum 4. Mai zu sehen sein. Die Ausstellung soll im Anschluss als Wanderausstellung durch den deutschsprachigen Raum gehen. Rohns Wunschstationen: Köln, Mannheim, Frankfurt, München, Zürich. Als Partner des Wortmuseums gewann den Duden-Verlag. Dieser will weitere Projekte des Wortmuseums unterstützen.
Rohn freut sich über E-Mails aus aller Welt. Aus Toronto schrieb einer: „Ich freue mich, bin aber auch gleichzeitig traurig, dass wir ein Wortmuseum brauchen.“
Ein Besucher aus London: Schlage „wirsch“ vor. Leider wird nur noch „unwirsch“ gebraucht.“ Eine E-Mail aus Berlin: „Vor allem kleine Schätze wie „blümerant“ lassen das Herz aufgehen. Leider kann man durch ihr Museum nicht spazieren. Warum gibt es keinen Pfad durch ihr Museum?“
Ein anderer Briefschreiber schlägt vor: „Erklären Sie nicht nur die Worte, sondern bringen Sie auch wenigstens ein Beispiel des Wortes im Satz. Ich weiß nicht immer, wie das Wort zu verwenden ist.“
Eine Linguistin und Sprachtherapeutin: „Ich bin inzwischen schon Dauergast ihres Museums geworden und freue mich, beim Museumsrundgang immer wieder auf neue alte Bekannte zu treffen. Schön, wenn alte Worte so gut behütet, gepflegt werden.“
Noch eine Stimme: „Außergewöhnlich, längst überfällig. Jetzt weiß man, was man all die Jahre vermisst hat! Mein Vorschlag für das Wortmuseum: „Fräulein“ bzw. „Fräuleins“ als Anrede für eine unverheiratete Frau. Es ist noch gar nicht so lange her, dass diese Anrede üblich war...“



Aktuelles
T-Shirt, Motiv »Backfisch«, ist über den Museumsshop erhältlich.
...weiter
Service
Duden-Sprachberatung
Newsletter bestellen


NDR Kultur
»Wortmuseum zum Anfassen«
... weiter


Seitenausgang
Identität und Strategie
identitaetundstrategie.com